Austria: Afterdienst im Parlament


Uns ist ein Ros entsprungen, Sobotka heißt die Art. Ganz wie die Alten sungen, die Message, sie hat einen Bart. Nicht immer war hierzulande die Begeisterung klerikalkonservativer Politiker für den Parlamentarismus so groß, dass sie „Hoffnung in der Krise“ im Hohen Haus erbeteten, das taten sie lieber außerhalb bei zugesperrtem Haus.

Günter Traxler | DERSTANDARD

Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) hatte zu einer Gebetsstunde im Parlament geladen.>Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Beim türkisen Flügel der Regierung war so viel Begeisterung für den Ort demokratischer Prozesse bisher nicht zu erkennen. Dass Gott die Menschen prüft, müssen sie gut lorettanisch hinnehmen, bei dringlichen Anfragen der Opposition, die demselben Zweck dienen, darf man sich drücken, solange es geht. Dabei soll doch Volkes Stimme Gottes Stimme sein.

Das „Nationale Parlamentarische Gebetsfrühstück“ war nicht einmal die Idee bodenständiger Frühstücker, sondern von einer jahrzehntealten US-amerikanischen Darbietung abgekupfert, was die Frage aufwirft: Wieso dieser Anfall religiöser Inbrunst ausgerechnet jetzt? Und wenn das Frühstück schon „national“ sein musste: Wurden dazu neben den lieben christlichen Landsleuten auch jene nicht nur als Staffage eingeladen, die hier sonst noch wohnen und beten?

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