Necla Kelek zur Kopftuchdebatte: „In Schulen hat der politische Islam Einzug gehalten“


Schule müsse ein „neutraler Ort“ sein, wo auch Mädchen „ohne Bevormundung durch Religion Kind“ sein dürfen, sagt Buchautorin Necla Kelek. Darum will sie ein Kopftuch-Verbot für Schulmädchen, denn das Kopftuch stehe für Unfreiheit und Unterdrückung.

Annette Riedel | Deutschlandfunk Kultur

„Warum trägt ein Mädchen oder eine Frau Kopftuch?“, möchte Soziologin Necla Kelek wissen. (picture alliance / dpa | Frank Rumpenhorst)

Das Kopftuch symbolisiere ein Gesellschaftsmodell, das für „getrennte Welten“ von Männern und Frauen stehe, ist Necla Kelek überzeugt, die auch im Vorstand von Terre des Femmes aktiv ist. Es passe nicht ins 21. Jahrhundert, sondern „müsste in die Vergangenheit gehören“. Es sei ein „archaisches Symbol“ und versinnbildliche die „Unterdrückung der Frau“. Schulen müssten „neutral gegenüber Religion sein“ und dafür sorgen, dass Mädchen entdecken könnten, „welche Fähigkeiten sie besitzen“. 

Weltbild von Islamisten gehört nicht in Schulen

Es ginge ihr und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern für einen „säkularen“ Islam nicht um ein generelles Kopftuch-Verbot. Diejenigen, die glaubten, dass die Mädchen überwiegend freiwillig ihr Haar bedeckten, stellten nicht die richtigen Fragen. Es gäbe nicht genug Studien über die Situation von Mädchen in den Familien. Oft fühlten sie und ihre Eltern sich unter erheblichem Druck von ihrem Umfeld. Und nicht selten sind dieselben Mädchen, die ihre Eltern zum Bedecken des Kopfes nötigen, auch diejenigen, die früh verheiratet werden, häufig gegen ihren Willen.   

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