Gesetz gegen interreligiöse Ehen in Indien: Spritze gegen den „Love Jihad“?


In Indien wird die Polizei verdächtigt, bei einer zum Islam konvertierten Schwangeren eine Fehlgeburt per Abtreibungsspritze verursacht zu haben.

Natalie Mayroth | taz

Wie weit darf sich der Staat in das Privatleben seiner Bürger:innen einmischen? Zur Abwehr der Gefahr eines sogenannten „Love Jihad“ darf der Staat im nordindischen Uttar Pradesh seit Ende November sogar in Ehen eingreifen.

Der angebliche „Love Jihad“ ist eine Verschwörungstheorie rechter Hindufundamentalisten. Demnach heiraten muslimische Männer Frauen hinduistischen Glaubens, damit diese zum Islam konvertieren und auch ihre gemeinsamen Kinder Muslime werden. Rechte Hindus sehen im „Love Jihad“ eine Strategie von Muslimen, um zu deren Gunsten in Indien die demografischen Relationen zu verändern.

Seitdem im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Uttar Pradesh die Verordnung mit dem Titel „Prohibition of Unlawful Conversion of Religious Ordinance“ in Kraft ist, nehmen dort die Behörden die Wahl der Eheartner:innen ins Visier und veranlassten erste Festnahmen.

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