Ärzte unterschlagen systematisch Interessenkonflikte


Eine groß angelegte Recherche von Buzzfeed News zeigt, dass zehntausende Mediziner:innen von der Pharma-Industrie gefördert werden ohne es transparent zu machen.

Frankfurter Rundschau

Wer auf der Payroll von Pharmafirmen steht und wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, sollte den Interessenkonflikt eigentlich angeben. ©Jochen Eckel/imago images

Viel weiter als Reinhard Büttner kann ein Arzt in Deutschland nicht aufsteigen. Büttner ist Direktor der Pathologie in Köln, leitet ein Team mit mehr als 30 Ärztinnen und Ärzten und ist Mitglied der Nationalen Akademie Leopoldina. Büttners Wort hat Gewicht: Seine Studien werden von Hunderten anderen Wissenschaftler:innen zitiert.

Gleichzeitig ist Büttner Unternehmer. Die Pharma-Industrie schätzt seine Dienste. So ist Büttner etwa Berater für Pharma-Konzerne und hat 2005 sogar eine eigene Biotech-Firma mit gegründet. Bis heute ist er deren Mitbesitzer und wissenschaftlicher Leiter. Laut Büttner macht die Firma zehn Millionen Euro Umsatz im Jahr, hat mehr als 100 Beschäftigte und bietet Analysen für die „internationale pharmazeutische und diagnostische Industrie“ an. Büttner gehört ein Drittel der Firma.

Das Problem: In vielen seiner Veröffentlichungen macht Büttner diese intensiven, finanziellen Beziehungen zur Pharma-Industrie nicht transparent.

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