Kirchenrechtler fordert sofortigen Rücktritt des Kölner Kardinals


Der Kölner Erzbischof, Kardinal Woelki, müsste nach Ansicht des Kirchenrechtlers Schueller sein Rücktrittsgesuch einreichen.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Woelki habe offenbar nicht verstanden, dass seine Zeit abgelaufen sei, sagte der Münsteraner Universitätsdozent Schueller im Deutschlandfunk. Im Zusammenhang mit einem 2015 nicht gemeldeten Verdachtsfall von schweren sexuellen Straftaten habe Woelki wiederholt die glatte Unwahrheit gesagt. Er habe seinen Freund, einen inzwischen verstorbenen Priester, schützen wollen, indem er den Fall nicht dem Vatikan gemeldet habe. Der Kölner Kardinal sei inzwischen isoliert in der Bischofskonferenz und erweise der katholischen Kirche mit seiner Haltung einen Bärendienst, so Schueller. Woelki leide offenbar ähnlich wie der abgewählte US-Präsident Trump an völligem Realitätsverlust.

Schueller forderte erneut, der katholischen Kirche die Verantwortung für die Aufklärung von Fällen sexualisierter Gewalt zu entziehen. Man sollte seiner Ansicht nach, ähnlich wie in Großbritannien, eine „unabhängige Wahrheitskommission“ installieren, deren Mitglieder über entsprechende Expertise verfügten, aber ausdrücklich nicht mit der Kirche in Verbindung stünden.

Der Kölner Kardinal Woelki steht auch in der Kritik, weil er ein Gutachten über sexualisierte Gewalt durch katholische Kirchenvertreter aus dem Jahr 2018 nicht veröffentlichen will und ein neues in Auftrag gegeben hat. Dieses soll im März veröffentlicht werden.