LGBTQ-feindliches Gesetz in Ungarn: Status zweiter Klasse


Ungarn beschneidet per Verfassungsreform erneut die Rechte für LGBTQ. Selbst Fidesz-Anhänger:innen sehen die sexuelle Orientierung als Privatsache an.

Barbara Oertel | taz

Das trans* Paar Elvira Angyal und Tamara Csillag bei ihrer Hochzeit in Ungarn im November Foto: Bernadett Szabo/reuters

Ungarns Regierungschef Viktor Orbán kann einem fast schon leidtun. Nachdem sich der selbst ernannte Retter des christlichen Abendlands an Geflüchteten, dem US-Milliardär Georges Soros, Bürgerrechtsorganisationen und angeblich zu liberalen Universitäten vergriffen hat, knöpft er sich jetzt noch LGBTQ vor. Das Motto lautet: Diesen Menschen die Hölle auf Erden bereiten.

Nichts anderes bedeuten die Verfassungszusätze, die am Dienstag im Parlament abgenickt wurden. „Die Mutter ist eine Frau, der Vater ein Mann“, wird künftig im ungarischen Grundgesetz stehen. Weiter heißt es, dass Kinder gemäß der Werte, die auf Ungarns verfassungsmäßiger Identität und christlicher Kultur basieren, zu erziehen seien. Und: Auch die Bestimmung, dass das Geschlecht eines Menschen „anhand primärer Geschlechtsmerkmale und Chromosomen“ einmalig bei der Geburt festgestellt wird, die in diesem Jahr bereits in ein Gesetz gegossen wurde, bekommt Verfassungsrang.

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