Neptun: Dunkler Sturm gibt Rätsel auf


Stürmischer Sonderling: Ein riesiger dunkler Wirbelsturm auf den Neptun verblüfft die Astronomen, denn er verhält sich völlig anders als erwartet, wie nun Aufnahmen des Hubble-Weltraumtelekops enthüllen. Statt vom Polargebiet zum Äquator zu ziehen und sich dort aufzulösen, machte der dunkle Sturm eine Kehrtwendung und legte sich einen kleineren Begleiter zu. Warum, ist bislang rätselhaft.

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Auf dem Neptun verhält sich ein großer dunkler Wirbelsturm (oben Mitte) anders als er sollte. Hinzu kommt, dass neben ihm nun ein zweiter, kleinerer dunkler Fleck entstanden ist. ©NASA/ESA, STScI, M.H. Wong (University of California, Berkeley), L.A. Sromovsky und P.M. Fry (University of Wisconsin-Madison)

Der Eisriese Neptun ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich: Er besitzt ein chaotisches, vierpoliges Magnetfeld, könnte in seinem Inneren exotische Moleküle bergen und auf ihm toben die schnellsten Stürme des gesamten Sonnensystems. Seine gigantischen Wirbelstürme sind als helle oder dunkle Flecken in der bläulich schimmernden Atmosphäre des Planeten erkennbar.

Riesiger dunkler Wirbelsturm auf Südkurs

Doch einer dieser Stürme verhält sich merkwürdig. Der enorme dunkle Fleck wurde im September 2018 mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgespürt – er ist erst der vierte dunkle Sturm auf dem Neptun seit 1993. Sein Durchmesser entspricht dem des gesamten Atlantischen Ozeans. Den Aufnahmen zufolge war dieser Wirbelsturm auf der Nordhalbkugel entstanden und driftete anschließend langsam Richtung Äquator.

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