EU verzichtete offenbar auf bis zu 340 Millionen zusätzliche Impfdosen


Die Hersteller Biontech und Moderna hätten der EU Hunderte Millionen mehr Impfdosen verkaufen können – doch sie verzichtete. Die Kommission schweigt.

DER TAGESSPIEGEL

Deutschland und die Europäische Union hätten offenbar weit mehr Dosen der knappen Impfstoffe des Mainzer Forschungsunternehmens Biontech und des US-Herstellers Moderna erhalten und damit die Corona-Pandemie möglicherweise früher beenden können.

Wie der „Spiegel“ aus Verhandlungskreisen erfuhr, habe Biontech der für alle Mitgliedstaaten zentral ankaufenden EU ursprünglich 400 bis 500 Millionen Dosen angeboten. Die Brüsseler Unterhändler bestellten jedoch nur 200 Millionen Dosen mit einer Option auf 100 Millionen weitere, die aber erst später geliefert werden können.

Auch Moderna hatte der EU bis zu 300 Millionen Dosen angeboten. Die EU bestellte aber sogar nur 80 Millionen mit einer Option auf weitere 80 Millionen. „Wir hätten mehr bereitstellen können“, sagt Moderna-CEO Stephane Bancel im Spiegel. Die EU-Kommission wollte auf Anfrage nicht Stellung nehmen. „Wir äußern uns nicht zum Verlauf von Verhandlungen“, teilte ein Kommissionssprecher mit.

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