Katholische Kirche sieht Triage bei Patienten als „ultima ratio“ gerechtfertigt


Die katholische Kirche in Deutschland hält Triage-Regelungen in Krankenhäusern im Falle einer Überlastung des Gesundheitssystems für gerechtfertigt.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Bischof Bätzing hält die Triage in Krankenhäusern als ultima rafio für gerechtfertigt. (dpa)

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bätzing, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Sachverhalt müsse ethisch unter dem Aspekt der Ultima Ratio betrachtet werden, also des letzten Mittels.

Unter Triage versteht man eine Priorisierung von Hilfeleistungen, etwa bei einem unerwartet hohen Aufkommen an Patienten. Ärzte müssen dann entscheiden, welcher Patient die notwendige Behandlung erhält.

„Ausschließlich medizinische Aspekte“

Bischof Bätzing betonte, als Kriterien kämen ausschließlich medizinische Aspekte in Betracht. Unethisch wären Kriterien wie Lebensalter, Behinderungen oder Geschlecht sowie soziale Kriterien wie Stellung, Bekanntheitsgrad oder sonstige ökonomische Aspekte.

Zuletzt hatte es wegen der Corona-Pandemie Befürchtungen gegeben, dass Ärzte vermehrt vor Triage-Entscheidungen gestellt werden könnten. Bundesjustizministerin Lambrecht erklärte dazu, sie sehe keine Notwendigkeit, dass sich der Bundestag mit dem Thema befasse. Sie verwies zugleich auf Empfehlungen der Fachgesellschaften und des Deutschen Ethikrates.