Was AfD und Querdenker mit der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben


Derzeit gibt es etwa in Sachsen besonders viele Corona-Fälle. Daten zur Virus-Ausbreitung und zum Wahlverhalten legen nahe, dass sich das Virus derzeit besonders in Gebieten mit großer AfD-Anhängerschaft verbreitet. Was dafür spricht – und was nicht.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Auch AfD-Politiker sprechen auf den Demos von „Querdenken“ (picture alliance/dpa/Annette Riedl)

Der „Tagesspiegel“ aus Berlin hat vor einigen Tagen eine Deutschlandkarte veröffentlicht, auf der man die Corona-Zahlen und die Wählerstimmen für die AfD vergleichen kann. Die Übereinstimmung vieler besonders stark vom Virus betroffenen Regionen in Deutschland ist offensichtlich. Auf den ersten Blick liegt der Schluss nahe, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren Wahlverhalten und Corona-Infektionszahlen geben könnte.

Die Erklärung könnte darin liegen, dass die AfD als einzige Partei die Corona-Maßnahmen weitgehend ablehnt. Wenn ihre Anhänger die Regeln also ablehnen und demzufolge auch seltener einhalten als andere, könnte das ein Faktor für eine höhere Ansteckungsrate sein.

Forscher Quent: Noch keine Kausalität nachgewiesen

Der Direktor des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent, konnte in einer Analyse der Daten eine solche Korrelation feststellen – und zwar nicht nur für Sachsen, sondern für nahezu alle Bundesländer. Das Ergebnis sei so deutlich, dass er selbst davon überrascht gewesen sei, sagte Quent. Der Forscher betonte aber, dass damit noch keine Kausalität nachgewiesen ist. Es könne andere Faktoren geben, die den Effekt erklären – etwa die Bevölkerungsstruktur oder der Zustand des Gesundheitswesens. Quent will diesen Fragen weiter nachgehen.

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