Kirchenhistoriker Wolf bescheinigt Kirche Glaubwürdigkeitverlust


Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf bescheinigt der katholischen Kirche einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust. Im Blick auf Veränderungen fordert Wolf, „effektive Reformen sofort, statt falsche Hoffnungen auf ‚Synodale Wege‘ zu wecken“.

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Es verwundere nicht, dass zu den Herausforderungen dieser Zeit von der Kirche kaum etwas zu hören sei, schreibt Wolf in einem Beitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). „Denn wer wollte notorischen Lügnern glauben?“ Amtsträger hätten mit dem Totschlagargument „Gott will es“ Kinder und Jugendliche missbraucht. Andere Kirchenvertreter hätten diese Taten verdunkelt und vertuscht. „Die Zeichen der Zeit ehrlich zu erkennen, hieße radikale Umkehr und Buße; hieße Rücktritt und Bestrafung der Verantwortlichen.“

Forderung nach Reformen

Wolf fordert zudem „effektive Reformen sofort, statt falsche Hoffnungen auf ‚Synodale Wege‘ zu wecken, die am Sankt Nimmerleinstag immer noch nicht an ein Ziel gelangt sein werden“. Ihren Reformdialog Synodaler Weg startete die katholische Kirche in Deutschland vor rund einem Jahr. Bischöfe und Laien sprechen darin über die vier Themenfelder Frauen, Macht, Sexualmoral und priesterliche Lebensformen. Obwohl vor Beginn des Synodalen Wegs Verbindlichkeit festgelegt wurde, zeigen sich einige Bischöfe skeptisch. Zudem hat die Corona-Pandemie die ursprünglich bis Herbst 2021 angelegte Initiative um ein Jahr verlängert.

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