Was die Kirchen gegen leere Klingelbeutel an Heiligabend tun wollen


Nie ist die Spendenbereitschaft der Deutschen so groß wie an Heiligabend. In diesem Jahr fallen viele Gottesdienste aus. Wie die Kirchen reagieren.

Tim Kanning | Frankfurter Allgemeine Zeitung

In guten Jahren ein sicheres Geschäft: der Klingelbeutel Bild: dpa

Die Kirchen lassen sich einiges einfallen, um auch in der Corona-Zeit Heiligabend feiern zu können. In einem kleinen Taunusörtchen lädt die evangelische Gemeinde auf den Fußballplatz. Anderswo weichen die Gläubigen auf Reithallen oder Autokinos aus. Da, wo in der Kirche gefeiert wird, dürfen deutlich weniger Gläubige kommen als üblich. Es wird wohl eine sehr viel stillere Weihnacht als sonst. Das dürfte sich auch in den Klingelbeuteln der Gemeinden bemerkbar machen, die sich üblicherweise zu keinem anderen Anlass so gut füllen wie zu Heiligabend.

„Wir rechnen schon mit hohen Einbußen bei der Kollekte“, sagt der Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Pfarrer Volker Rahn, gegenüber der F.A.Z. „Viele Leute geben ihr Geld nun einmal am liebsten einfach in den Klingelbeutel am Kirchenausgang.“ Digitale Alternativen wie ein Spendenbutton, den Gemeinden auf ihren Internetseiten einrichten können, hätten bislang noch nicht die gewünschten Erfolge erzielt, sagt Rahn. Auch im Erzbistum Köln ist man skeptisch: „Sicherlich muss von einem weitaus geringeren Spendenaufkommen ausgegangen werden, weil nicht alle Spenderinnen und Spender den Betrag stattdessen online überweisen“, schreibt eine Sprecherin auf Anfrage der F.A.Z.

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