Opferverein-Sprecher fordert Woelki zum Rücktritt auf


Der Erzbischof von Köln, Kardinal Woelki, ist von Opfervertretern im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zum Rücktritt aufgefordert worden.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Woelki sei derart beschädigt, dass er sein Amt eigentlich nicht mehr ausüben könne, sagte ein Sprecher des Vereins „Eckiger Tisch“ der Deutschen Welle. Dies gelte im Umgang sowohl mit den Betroffenen, wie der Öffentlichkeit und dem konkreten Fall, der ihm vorgeworfen werde. Der Weihbischof in Köln, Puff, sprach in seiner Predigt am zweiten Weihnachtsfeiertag von unverzeihlichen Fehlern, die es im Erzbistum Köln gegeben habe.

Woelki soll Vorwürfe gegen einen Düsseldorfer Pfarrer nicht an den Vatikan gemeldet haben. Der inzwischen verstorbene Geistliche, der in den 70er Jahren einem Kindergartenkind sexuelle Gewalt angetan haben soll, stand Woelki persönlich nahe. Zudem hatte der Kardinal ein Gutachten zum Umgang des Erzbistums mit den Missbrauchsvorwürfen bei einer Münchner Kanzlei in Auftrag gegeben – nach der Fertigstellung aber beschlossen, es nicht zu veröffentlichen. Er gab stattdessen ein neues Gutachten in Auftrag, das im März veröffentlicht werden soll.

Der Kardinal selbst wandte sich nach der Christmette in einer persönlichen Erklärung an die Gläubigen, ohne allerdings konkret eigene Versäumnisse anzusprechen.