Radikalisierung von Impfgegnern: Maier warnt vor Anschlägen


Thüringens Innenminister Georg Maier beklagt gegenüber der taz eine gefährliche „ideologische Verhärtung bei einem Teil der Impfgegner“.

Sabine am Orde | taz

Georg Maier (SPD) sieht „die Demokratie wie schon lange nicht mehr unter Druck“ Foto: Michel Reichel/dpa

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) warnt vor möglichen Anschlägen militanter Impfgegner: „Wir müssen davon ausgehen, dass es unter den Impfgegnern Kräfte gibt, die nicht davor zurückschrecken, einen Angriff auf ein Impfstofflager durchzuführen“, sagte Maier der taz. Deshalb würden die Impfstofflager von der Polizei geschützt werden.

„Die ideologische Verhärtung bei einem Teil der Impfgegner ist sehr groß, es hat eine Radikalisierung stattgefunden“, konstatierte Maier, der derzeit auch Vorsitzender der Innenministerkonferenz ist. Bei den Demonstrationen würden sie besonders fragwürdig auftreten, zum Beispiel mit Davidstern, auf dem „ungeimpft“ steht. Das sei eine „ungeheuerliche Verharmlosung der NS-Verbrechen“.

Zudem äußerte Maier große Sorge, dass die Anschlussfähigkeit von Rechtsextremisten in die Mitte der Gesellschaft durch die Corona-Pandemie stark zunimmt. Allein aufgrund der Größe der Versammlungen der so genannten „Querdenker“-Bewegung sehe er eine neue Dimension dieser Anschlussfähigkeit, so der Minister.

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