Religionen als Superspreader im Corona-Jahr 2020?

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Corona-Sorgen und Unsicherheit treiben Menschen auf der Suche nach Trost in Kirchen, Moscheen und Tempel – obwohl Begegnung und Sozialkontakte problematisch sind. Aber wollen das wirklich alle Religionsvertreter verstehen?

Alexander Brüggemann, Michael Lenz | katholisch.de

In Asien wurden die Auswirkungen religiöser Großveranstaltungen zuerst manifest, etwa durch große Islamisten-Konvente in Pakistan und in Indien, wodurch die Fallzahlen sprunghaft in die Höhe schnellten. In Malaysia infizierten sich Ende Februar viele von 16.000 Muslimen, die an einer internationalen islamischen Massenveranstaltung in Kuala Lumpur teilnahmen. Auch ein guter Teil der Neuinfektionen in Kambodscha, Thailand, Indonesien, Kambodscha, Vietnam und den Philippinen wurde von Teilnehmern der Veranstaltung eingeschleppt.

Noch Mitte November wurde am Flughafen von Jakarta die Rückkehr des islamistischen Hardliners und Hasspredigers Rizieq Shihab aus dem saudischen Exil von Zehntausenden Anhängern bejubelt, die sich über sämtliche Corona-Regeln hinwegsetzten. Ihr Motto: Keiner wird krank, wenn Gott es nicht will.

Propaganda gegen Minderheiten

Unterschwellig lauert in vielen Ländern aber auch das gefährliche Virus der Schuldzuweisung an Religionen oder bestimmte ethnische Gruppen für die Corona-Verbreitung. Damit können nicht zuletzt Regierungen von ihrem eigenen Versagen ablenken und ihre Propaganda gegen Minderheiten verstärken.

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