Wissenschaftsskepsis unter Wissenschaftlern


Nach dem neuen Wissenschaftsbarometer wird an den Hochschulen zu viel verwaltet und zu wenig geforscht. Das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Studien ist nicht sehr ausgeprägt.

Gerald Wagner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Wissenschaftsbarometer befragt Wissenschaftler über das Hochschulsystem, im Bild die Humboldt-Universität zu Berlin Bild: dpa

Wer den „Zustand“ des deutschen Hochschulsystems messen möchte, hat eine ganze Reihe von Größen zur Auswahl. Am naheliegendsten ist sicher die Frage, ob die wissenschaftlichen Mitglieder der Hochschulen wirklich zum Forschen kommen. Nach dem „Barometer für die Wissenschaft“, den das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung jetzt zum dritten Mal erhoben hat, können die 8822 Befragten aus allen Statusgruppen der Hochschulen immerhin 42 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Forschung aufwenden. Der Rest geht drauf für Lehre und Betreuung, Drittmittelakquise und die akademische Selbstverwaltung.

Allerdings ist das ein Durchschnittswert. Die Professoren können gerade noch 22 Prozent ihrer Zeit für die Forschung aufwenden, der wissenschaftliche Nachwuchs vor der Promotion aber auch nur 50 Prozent. Darüber klagen besonders die Professoren, der Zufriedenheit mit ihrer Position im Wissenschaftssystem tut das aber keinen Abbruch. Die fällt laut dem Barometer nämlich gerade bei ihnen sehr hoch aus, während der bereits promovierte Nachwuchs insbesondere mit seinen beruflichen Perspektiven sehr unzufrieden ist.

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