Tauende Permafrostböden werden zur globalen Klimagefahr


In den gefrorenen Böden der Erde schlummern gigantische Mengen an Biomasse. Durch die Erwärmung werden immer mehr Treibhausgase freigesetzt – Forscher warnen

Julia Sica | DERSTANDARD

In Permafrostböden wurde die voreiszeitliche Flora und Fauna über Jahrtausende hinweg konserviert – ein gewaltiges Lager an Biomasse. Foto: Getty/George Burba

In diesem Jahr erlitt Russland eine seiner größten Umweltkatastrophen: Ende Mai gelangten nahe Norilsk, der nördlichsten Großstadt der Welt, rund 20.000 Tonnen Dieselöl in Flüsse und ins Erdreich. Eine Folge der sibirischen Hitzewelle 2020: Ein Treibstofftank wurde instabil, weil ihn seine Stützpfeiler im tauenden Permafrostboden nicht mehr hielten. Der destabilisierte Boden hat in den kommenden Jahrzehnten deutliche Konsequenzen.

Im stark industrialisierten Sibirien werden viele Gebäude und Straßen weiter beschädigt. Aktuell schätzt man die Kosten auf 94 Milliarden Euro. Weiteres Katastrophenpotenzial stellen die Waldbrände in der Tundra dar, die immer häufiger werden. Und wenn Moore und Torf Feuer fangen, werden noch größere Mengen Kohlenstoff freigesetzt sowie die Böden stärker erwärmt.

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