Wie unser Gehirn Bewegungen verfolgt


Wenn wir uns fortbewegen, entsteht in unserem Gehirn eine Karte der Umgebung, in der Hindernisse und Grenzen verzeichnet sind. Gleichzeitig müssen wir in der Lage sein, auch die Bewegungen anderer Personen in unserer Nähe zu registrieren und kognitiv zu verarbeiten. Doch wie werden diese Signale codiert? Forscher haben nun gezeigt, dass im mittleren Temporallappen, dem Navigationssystem des Gehirns, spezifische Aktivitätsmuster auftreten, wenn wir uns Wänden nähern. Erstaunlicherweise entsteht die gleiche Aktivität, wenn wir eine andere Person bei ihrer Erkundung des Raums beobachten. Der Mechanismus könnte dabei helfen, unsere eigene Umgebung sowie die Bewegungen anderer Personen einzuschätzen.

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Ob wir selbst uns bewegen oder ob wir einen anderen dabei beobachten – beides löst im Gehirn ähnliche Reaktionen aus. (Bild: UCLA/ Suthana lab)

Wollten Forscher bisher untersuchen, wie sich unser Gehirn bei Bewegungs- und Navigationsaufgaben verhält, standen sie vor einem Problem: Die meisten Techniken, mit denen sich die Hirnaktivität beobachten lässt, funktionieren nur, wenn der Proband dabei in einer Röhre liegt oder zumindest seinen Kopf während der Hirnstrommessung stillhält. Echte Bewegungen waren also nicht möglich, als Behelf diente virtuelle Realität. Diese Studien sowie Untersuchungen an Nagetieren deuten darauf hin, dass der mittlere Temporallappen im Gehirn eine wichtige Rolle bei der Navigation spielt. „Aber das weiter zu testen, war technisch schwierig“, sagt Matthias Stangl von der University of California Los Angeles.

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