Wissenschaftler sieht pseudoreligiöse Motive bei Impfgegnern


Der Kulturwissenschaftler Andreas Bernard sieht in der Haltung passionierter Impfgegner „Spuren einer para-religiösen Erzählung“. Bei der Ablehnung des Impfens zeigten sich zudem über die Jahrhunderte hinweg ähnliche Muster.

katholisch.de

Kulturwissenschaftler Andreas Bernard sieht in der Haltung passionierter Impfgegner „Spuren einer para-religiösen Erzählung“. Das zeige sich beispielsweise in einer Verabsolutierung des Körpers, der sich angeblich durch natürliche Prozesse heile, sagte der an der Leuphana Universität Lüneburg lehrende Forscher am Donnerstag in einem Interview des Deutschlandfunks. Diese Vorstellungen, die aktuell angesichts der Corona-Impfungen vorgebracht würden, blickten auf eine lange Tradition zurück.

„Die erste Impfung in der modernen Seuchengeschichte gab es im frühen 18. Jahrhundert gegen die Pocken“, führte Bernard aus. „Sofort, also praktisch am Tag nach dem Bekanntwerden dieser Impfpraxis, gab es eine sehr, sehr große Gegnerschaft.“ Damals sei behauptet worden, das Impfen würde die göttliche Vorsehung durchkreuzen: Wer sich impfen lasse, könne sich nicht mehr nach dem göttlichen Plan zu dieser Krankheit verhalten.

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