Flüchtlingslager Lipa: Es geht weder vor noch zurück


Das Camp in Lipa brannte nieder, jetzt bauen bosnische Soldaten neue Zelte auf. Die Migranten, die dort ausharren müssen, sind am Verzweifeln.

Erich Rathfelder | taz

Ihnen bleibt nichts weiter, als die Wärme eines offenen Feuers – Menschen im Flüchtlingscamp Lipa Foto: dpa

Der Einsatz der bosnischen Armee im Lager Lipa bei Bihac sorgt wenigstens dafür, dass die am Samstag aufgebauten Zelte den größten Unbilden der Natur widerstehen können. Es traf auch ein Lastwagen mit Heizgeräten und Heizmaterial ein. Aber selbst am Mittag ist nur ein Teil bezugsfertig, nach wie vor hapert es mit der Wasser- und Elektrizitätsversorgung, es gibt kaum Essen und keinerlei medizinische Versorgung. Das Lager bei Lipa bleibt ein von den seit Tagen und Nächten im Freien ausharrenden Migranten wenig geliebtes Provisorium.

Vor mehr als einer Woche war das Flüchtlingslager an der Grenze zu Kroatien abgebrannt. Danach wollten die bosnischen Behörden die Migranten andernorts in eine frühere Militäranlage verlegen. Dies scheiterte jedoch am Protest von Anwohnern. Die Migranten verbrachten letztlich 24 Stunden wartend in Bussen und wurden danach zu dem ausgebrannten Camp bei Lipa zurückgebracht.

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