Nach Berg-Karabach-Krieg: Britisches Militär will Drohnen nach türkischem Vorbild


Unbemannte Flugzeuge des Herstellers Baykar Makina sind kleiner und billiger als US-Produkte. Verluste fielen wegen möglicher großer Stückzahl kaum ins Gewicht

Matthias Monroy | TELEPOLIS

Bayraktar-TB2-Drohne aus türkischer Produktion.Bild: Bayhaluk, CC BY-SA 4.0

In Großbritannien mehren sich Stimmen für ein neues Programm mit bewaffneten Drohnen. Das of-drones-in-conflict“ rel=“noreferrer noopener“ target=“_blank“>schreibt die Tageszeitung Guardian unter Berufung auf hochrangige Beamte des britischen Verteidigungsministeriums. Demnach soll das Militär kleinere unbemannte Luftfahrzeuge beschaffen, wie sie die Türkei beim Angriff Aserbaidschans auf Berg-Karabach eingesetzt hat. Diese seien deutlich günstiger als US-Kampfdrohnen, die derzeit von der Luftwaffe benutzt werden. Deshalb könnten sie in deutlich größerer Stückzahl gekauft werden.

Der sechswöchige Angriffskrieg Aserbaidschans gegen die von Armenien beanspruchte Region Berg-Karabach gilt als der Erste, der mithilfe von Drohnen entschieden wurde. Das aserbaidschanische Militär setzte dort sogenannte Kamikazedrohnen vom Typ Harop aus Israel ein, die vor dem Einschlag stundenlang über dem Einsatzgebiet kreisen können. Auch das deutsche Heer hatte bis 2013 die Beschaffung dieser „herumlungernden Munition“ erwogen, die Pläne jedoch zunächst auf 2019 verschoben und später zugunsten größerer Drohnen aufgegeben.

Laut britischem Verteidigungsminister „wegweisende“ Waffe

Kriegsentscheidend waren in Berg-Karabach jedoch die „Bayraktar TB2“ aus der Türkei, die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan der Armee in Aserbaidschan zur Seite gestellt hat. Sie sind das Aushängeschild der neuen türkischen Drohnenindustrie und können seit 2015 bewaffnet werden. Seitdem fliegen die von Baykar Makina hergestellten Luftfahrzeuge Angriffe im türkischen Teil Kurdistans, in Syrien und in Libyen. Im Irak tötete das türkische Militär im Sommer zwei hohe Regierungsbeamte mit einer Drohne.

Bereits Anfang Dezember hatte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace türkische Drohnen als eine „wegweisende“ Waffe bezeichnet. Sie seien für die Zerstörung Hunderter Panzer und gepanzerter Fahrzeuge sowie von Luftabwehrsystemen verantwortlich gewesen. Entsprechende Videos, die mit martialischer Musik unterlegt sind, hatte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium während des Krieges online gestellt.

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