Eine Antwort auf den politischen Islam ist nötig


Emmanuel Macron hat den richtigen Weg beschritten nach den islamistischen Anschlägen in seinem Land. Europa sollte die Kampfansage des französischen Präsidenten als Vorbild für eine gemeinsame Antiterrorstrategie nehmen.

Lucia Puttrich, Susanne Schröter | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Nach dem islamistischen Mord an Samuel Paty: Frankreichs Präsident Macron hält die Trauerrede in der Sorbonne. Bild: EPA

Im von islamistischen Anschlägen aufgerüttelten Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron dem radikalen Islam den Kampf angesagt und versucht derzeit den Spagat zwischen repressiven Maßnahmen, wie der Auflösung extremistischer Vereine, und moderaten Angeboten, die auf Integration und gesellschaftliche Teilhabe zielen. Seine Vision ist ein moderner europäischer Islam. Erwartungsgemäß hat dies Proteste und einen massiven politischen und wirtschaftlichen Boykott großer Teile der muslimischen Welt hervorgerufen. Dennoch ist Macrons Kampfansage ein wegweisender Schritt, den es zu unterstützen gilt. Europa braucht eine neue Strategie im Umgang mit dem politischen Islam.

Es ist erst wenige Wochen her, da ermordete ein islamischer Terrorist vier Menschen in der Wiener Innenstadt. London, Barcelona, Berlin, Stockholm und andere europäische Städte waren in den letzten Jahren ebenfalls von islamistischen Anschlägen betroffen. Der Umgang mit dem radikalen Islam ist eine ungelöste politische Herausforderung in ganz Europa.

Die EU-Kommission hat unter dem Eindruck der Anschläge Anfang Dezember ihre neue Antiterrorstrategie vorgelegt. Sie setzt auf eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden und eine stärkere Kontrolle der Finanzströme. Das ist richtig, doch darf es nicht allein bei dieser Strategie bleiben.

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