EU warnt Iran vor „ernsthaften Folgen“


Die Entscheidung des Iran, Uran wieder auf bis zu 20 Prozent anzureichern, löst international große Besorgnis aus. Die EU nannte die Entscheidung „bedauerlich“, will aber weiter am Atomabkommen mit dem Iran festhalten. Die USA sprechen von „nuklearer Erpressung“.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Ein Blick in die Urananreicherungsanlage in Fordo im Iran (dpa/Atomic Energy Organization of Iran)

Der Auswärtige Dienst der EU erklärte in Brüssel, man sei „in höchstem Maße besorgt“ über die Urananreicherung. Mit der Maßnahme werde das internationale Atomabkommen von 2015 verletzt, und sie werde „ernsthafte Folgen“ haben. Welche das sein könnten, wurde nicht erläutert. Der Auswärtige Dienst stellte aber klar, dass es aus ihrer Sicht wichtig sei, das Abkommen zu bewahren. Wichtige Elemente seien weiterhin in Kraft.

Die iranische Atomerngiebehörde gab heute bekannt, dass es inzwischen in der unterirdischen Nuklearanlage Fordo gelungen sei, Uran auf 20 Prozent anzureichern. Das internationale Atomabkommen von 2015 schreibt dagegen vor, dass der Iran nur auf bis knapp 3,7 Prozent anreichern darf. Teheran sieht sich allerdings nach dem einseitigen Ausstieg der USA im Jahr 2018 nicht mehr an das Abkommen gebunden und hat bereits mehrfach dagegen verstoßen.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums nannte die Herstellung hochangereicherten Urans durch den Iran als Versuch der nuklearen Erpressung. Man vertraue darauf, dass die Internationale Atomenergiebehörde die neuen iranischen Nuklear-Aktivitäten beobachten und darüber berichten werde.