„Jemand mit Kopftuch kann Neutralität nicht glaubhaft vermitteln“


Berliner Justizsenator will Lehrpersonal an Schulen erlauben, religiöse Symbole zu tragen. Selbst Grüne gehören zu den massiven Kritikern dieser Pläne.

Frank Bachner, Alexander Fröhlich | DER TAGESSPIEGEL

Eine Lehrerin mit Kopftuch in einer Schule (gestelltes Archivfoto).Foto: imago/epd

Auf scharfe Ablehnung bei Berliner Schulleitern und Schulleiterinnen stößt der Plan von Justiz-Senator Dirk Behrendt (Grüne), noch in diesem Jahr das Neutralitätsgesetz zu novellieren. Das Tragen religiöser Kleidung und Symbolen an Schulen soll demnach erlaubt sein.

Für Karina Jehniche eine „fatale“ Planung. „Die Schule muss ein neutraler Ort bleiben, an dem normale demokratische Werte vermittelt werden“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Interessensgemeinschaft Berliner Schulleiter (IBS) dem Tagesspiegel. Die Pädagogin spricht für rund 300 führende Pädagogen in der Hauptstadt.

Bei ihren Bedenken hat sie sowohl junge Grundschüler und -schülerinnen als auch Jugendliche an weiterführenden Schulen im Auge. „Viele muslimische Schüler im Jugendalter sagen ohnehin, sie heirateten nur eine Frau, die Kopftuch trage, weil die über bestimmte moralische Werte verfüge, sagte Jeniche, die zugleich die Christian-Morgenstern-Schule in Spandau leitet.

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