Missbrauchsbetroffene beenden Zusammenarbeit mit Bistum Münster: „Keinerlei Möglichkeiten, sich miteinander abzusprechen“


Selbsthilfegruppen für Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche haben ihre Zusammenarbeit mit dem Bistum Münster aufgekündigt. Die Diözese wolle sich nicht an getroffene Abmachungen halten.

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Das erklärten die Gruppen aus Münster und Rhede am Mittwoch.

Konkret geht es um die Frage, wie Betroffene an der Missbrauchsaufarbeitung im Bistum beteiligt werden können. Im Oktober wurde laut den beiden Gruppen vereinbart, dass alle dem Bistum bekannten Missbrauchsopfer zu einem ersten Vernetzungstreffen schriftlich eingeladen würden. Dann habe die Diözese jedoch entschieden, nur noch diejenigen einzuladen, die auch bei einem Betroffenenbeirat – einem Gremium des Bistums – mitmachen wollen. Zudem sollte es keine persönlichen Anschreiben, sondern einen allgemeinen Aufruf in den Medien geben.

„Wenn ich nur die einlade, die Interesse haben, dann ist klar, dass die kein Mandat für alle Betroffenen haben“, kritisierte der Sprecher der Münsteraner Gruppe, Antonius Kock, gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Adressen der bekannten Betroffenen lägen nur dem Bistum vor. Für einen Austausch und eine Vernetzung seien die Gruppen also auf die Diözese angewiesen. Seit Bekanntwerden des Missbrauchsskandals im Jahr 2010 hätten die Betroffenen „keinerlei Möglichkeiten, sich miteinander abzusprechen“.

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