Naher Osten: Neuer Geist, neue Allianzen?


Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar wollen sich versöhnen. Der Streit entstand mit Trumps Anti-Iran-Front. Was kommt nun?

Thomas Pany | TELEPOLIS

Der große US-Militärstützpunkt und -Airbase al-Udeid in Katar. Bild: US-Verteidigungsministerium/gemeinfrei

Wie sieht die neue Iran-Politik aus, wie die neue Syrien-Politik? Biden ist Präsident und wird Trump am 20. Januar ablösen.

Gestern gehört die Show gehörte noch dessen Anhängern, QAnon-Schamanen wie dem Buffalo Guy und anderen bizarren Gestalten, die das Kapitol stürmten (Liveticker zum „Putschversuch“ in Washington). Auch im Nahen Osten war das Geschehen Top-Nachricht. In den sozialen Netzwerken mokierte man sich über die Ereignisse im Herzen der sendungsbewussten Demokratie mit Zitaten oder Parodien von diplomatischen Warnungen, die immer dann aus der US-Regierung kamen, wenn sich solche „Putsch-Szenen“ in ihren Hauptstädten zutrugen.

In den Hintergrund rückte ein Ereignis, das seinerseits von einem türkischen Journalisten spöttisch mit „Love is in the Air“ kommentiert wurde: die Wiederannäherung zwischen Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Bahrain und Katar; auch Ägypten spielte eine Rolle.

Frieden im Nahen Osten

Um die Relevanz einer Wiederannäherung zu umreißen, sei darauf hingewiesen, dass sich der dreieinhalbjährige Streit zwischen den Golfstaaten über die Haltung zu Iran entzündete, dass man in Israel auf eine Normalisierungsvereinbarung mit Saudi-Arabien hofft, nachdem Netanjahu bereits ein solches Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain feiern konnte, dass das Verhältnis zu den Muslimbrüdern ein kontroverser Punkt ist und schließlich, dass diese Staaten großen Einfluss auf die kriegerischen Konflikte in Syrien und im Jemen haben.

Bemerkenswert ist auch, dass der Streit zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der einen Seite und Katar auf der anderen zu Beginn der – spektakulären – Außenpolitik Trumps begann und wohl nicht zufälligerweise mit dem Ende seiner Amtszeit als US-Präsident auf eine Versöhnung zusteuert.

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