Psychologin: Anerkennung neuer Gemeinschaften strenger überwachen


Geistlicher Missbrauch könne in kirchlichen Gemeinschaften begünstigt werden, da ihre Mitglieder spirituelle Manipulation oft nicht mehr hinterfragen könnten: Das sagt die Psychologin Katharina Anna Fuchs und fordert strengere Kontrollmaßnahmen.

katholisch.de

Die Psychologin Katharina Anna Fuchs hat zur Prävention von geistlichem Missbrauch strengere Kontrollmaßnahmen in der Kirche gefordert. Insbesondere die Gründung und Anerkennung neuer Gemeinschaften sollten von den Bischofs- und Ordensobernkonferenzen aufmerksamer überwacht werden, sagte Fuchs in einem Interview in der Januar-Ausgabe des Magazins „Neue Stadt“. Ebenso sei es nötig, auf allen kirchlichen Ebenen schon bei der Auswahl und Schulung des geistlichen Personals „genauer hinzuschauen“, um Missbrauch vorzubeugen. Daneben bedürfe es einer allgemeinen Sensibilisierung für die Problematik. „Denn je mehr das Problem anerkannt wird und Aufmerksamkeit erhält, umso eher fühlen sich Betroffene ermutigt zu sprechen“, so die Psychologin wörtlich.

Fuchs erklärte, dass es für das Phänomen des geistlichen Missbrauchs im deutschen Sprachraum bisher keine einheitliche Definition gebe. Wenn eine Person „kontrollierenden, manipulierenden oder einschüchternden Einfluss auf eine Person oder Gruppe ausübt, die er begleitet oder für die er Verantwortung hat,“ könne allgemein von „geistigem Missbrauch“ gesprochen werden.

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