Weniger Schweinswale in der Nordsee


Bedrohte Meeressäuger: Die Populationen der Schweinswale in der deutschen Nordsee sind im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte stark zurückgegangen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Vor allem vor Sylt, im wichtigsten Schutz- und Fortpflanzungsgebiet der Wale, sind die Bestände deutlich geschrumpft. Ursachen sind vermutlich zunehmende menschliche Aktivitäten, ein Mangel an Nahrung und die Abwanderung in andere Gebiete, so die Forscher.

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Schweinswale bevorzugen flachere Meeresgebiet wie die Nordsee. Doch dort nehmen die Bestände ab. ©Ecomare/ Salko de Wolf Den Hoorn Texel, CC-by-sa 4.0

Schweinswale sind die mit Abstand häufigsten Wale in der Nord- und Ostsee. Da sie sehr sensibel auf ökologische Veränderungen reagieren, gelten sie als Indikatortiere, die Aufschluss über den Zustand ihrer Umwelt geben. Gehen die Bestände zurück, ist das ein Warnzeichen für das gesamte Ökosystem. Bedroht ist die kleinste Walart vor allem durch menschliche Einflüsse, darunter Schifffahrt, Fischfang, Lärmbelastung und Umweltgifte.

Besorgniserregender Trend

Gemäß einer Studie von Forschern um Dominik Nachtsheim von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover ist der Bestand an Schweinswalen in der deutschen Nordsee seit 2002 stark zurückgegangen. Während zwischen 2002 und 2006 zunächst ein leichter Anstieg der Populationszahlen zu verzeichnen war, hat sich die Anzahl der Tiere seit 2006 deutlich verringert. Im Mittel ist die Zahl der Tiere seit 2002 pro Jahr um 1,79 Prozent gesunken.

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