Das hässliche Gesicht von Kirche im Scheinwerferlicht


Kardinal Woelki hält nicht die Fälle von Missbrauch und ihre Vertuschung für einen Skandal, sondern die Medien. Das Erzbistum Köln sollte bei der Aufarbeitung aus Boston lernen, meint Christoph Strack.

Christoph Strack | Deutsche Welle

Es ist ein Trauerspiel. Seit Monaten unterhalten das Erzbistum Köln und sein Oberhirte, Kardinal Rainer Maria Woelki, die deutsche Öffentlichkeit mit einem Kurs der Geheimhaltung und des Lavierens bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch durch Priester. Dabei ist „unterhalten“ der völlig falsche Begriff: Woelki empört. Sein Vorgehen verstehen selbst ansonsten wohlmeinende Katholiken nicht mehr.

In einigen Wochen werden die ersten Statistiken zum Thema „Kirchenaustritte im Jahr 2020“ aus deutschen Diözesen und Großstädten kommen. „Glaubensverlust“ und „Glaubensschwäche“, heißt es dann gerne bei frommen Interpreten bedauernd angesichts der vielen, die ihrer Kirche den Rücken zugekehrt haben. Wenn man sich doch ehrlich machen würde! Vor allem aus Köln und Düsseldorf, den größten Städten im Erzbistum Köln, häufen sich inzwischen Berichte, wonach man auf einen Termin bei der für Kirchenaustritte zuständigen staatlichen Stelle Monate warten muss!

Kölner „Nulltoleranz“

Wer lauthals Aufklärung ankündigt und „Nulltoleranz“, muss Aufklärung praktizieren und „Nulltoleranz“ vorleben. Ansonsten gehen die Gläubigen.

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