England: Messergewalt wird zur „Seuche einer Generation“


Armut und Ungleichheit: Die Jugendgewalt nimmt in Großbritannien immer größere Ausmaße an. Täter und Opfer werden immer jünger. Die Regierung scheint hilflos.

Berliner Zeitung

Ein junger Mann mit Messer (Symbolbild). Foto: imago images/Brian Jackson

Olly hat keine Chance. Mehrere Angreifer stechen auf ihn ein, von einem „Hinterhalt“ ist später in der britischen Presse die Rede. Olly stirbt in einem Park in einem Vorort von Reading. Er ist 13 Jahre alt, gerade erst ein Teenager. Seine Mörder: gleichaltrig. Es ist der jüngste Höhepunkt einer Welle von Jugendgewalt, vor allem mit Messern, die Großbritannien schon seit Jahren in Atem hält. Von der „Generation Knife Crime“ ist die Rede, der „Generation Messergewalt“. Die Regierung wirkt hilflos.

Das Problem trifft auch andere Altersgruppen. Seit 2014/15 – das statistische Jahr endet im März – hat sich die Zahl der Vorfälle, bei denen Messer oder scharfe Gegenstände eingesetzt wurden, insgesamt fast verdoppelt. 2019/20 wurden in England (ohne die Region Greater Manchester) und Wales rund 46.000 Fälle erfasst. Betroffen sind vor allem junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren. Aber Täter und Opfer werden immer jünger. So stieg die Zahl der Taten von unter 18-Jährigen allein zwischen 2016 und 2018 um 77 Prozent, die Zahl der unter 16-Jährigen Krankenhausopfer verdoppelte sich seit 2012 nahezu.

weiterlesen