Historiker: Wein ist fundamentales Element des kirchlichen Lebens – Prost!


Weinkultur und die Kirche sind seit Jahrhunderten miteinander verbunden – und haben sich gegenseitig geprägt. Im Interview spricht Historiker Michael Matheus über die Beziehung zwischen Kirche und Wein und über revolutionäre Entwicklungen.

Denise Thomas | katholisch.de

Der Geschichtsprofessor Michael Matheus von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, der mütterlicherseits aus einer Winzerfamilie von der Mosel stammt und viel zur Weingeschichte geforscht hat, erklärt im Interview, wie sich beide Komponenten – Wein und Kirche – in der Vergangenheit gegenseitig beeinflusst haben.

Frage: Herr Matheus, welche Bedeutung hat der Wein über die Jahrhunderte für die Kirche gehabt? 

Matheus: Wenn man Kirche im Sinne von christlichen Kirchen versteht, dann ist der Wein ein ganz fundamentales Element für die Kirche, aber auch innerhalb des kirchlichen Lebens. Das gilt allerdings nicht nur für die christlichen Kirchen, sondern eben in ganz ähnlicher Weise auch für die jüdische Religion, die jüdische Kultur. Wenn man sich das Alte Testament und das Neue Testament anschaut, dann wird alleine dort mehr als 140 Mal auf den Wein Bezug genommen. Die Weinrebe, der Wein werden in diesen biblischen Texten immer wieder angesprochen. Bilder vom Rebstock und den Reben sind auch mit Vorstellungen von der Einheit der Christen verbunden.

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