Dem rätselhaften „Schattenwolf“ auf der Spur


Besonders groß und furchterregend: Der Canis dirus lieferte die Vorlage für die Schattenwölfe der Fantasy-Serie „Game of Thrones“. Doch was hatte es tatsächlich mit diesen Raubtieren auf sich, die noch bis vor 13.000 Jahren durch Nordamerika streiften? Eine Analyse von fossiler DNA zeigt nun, dass der „Schattenwolf“ überraschenderweise nur entfernt mit Wölfen und anderen hundeartigen Tieren verwandt war und sich offenbar auch nicht mit ihnen vermischen konnte. Den genetischen Merkmalen zufolge war Canis dirus das letzte Mitglied einer ausgestorbenen Abstammungslinie, die sich schon vor rund sechs Millionen Jahren von der Gruppe der Hundeartigen abgespalten hatte.

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Künstlerische Darstellung eines Canis dirus (rechts) beim Konflikt mit einem Grauwolf. (Bild: Art by Mauricio Anton)

Noch bis zum Ende der letzten Eiszeit war Nordamerika das Reich des Canis dirus, wie zahlreiche Fossilienfunde belegen. Der wissenschaftliche Name bedeutet „Schrecklicher Hund“ – diese Bezeichnung hat er seinem vergleichsweise massigen Erscheinungsbild zu verdanken. Bei den Versionen des Fantasy-Genres werden die Ausmaße der Tiere zwar meist deutlich übertrieben dargestellt, doch Canis dirus war mit bis zu 65 Kilogramm Körpergewicht deutlich größer als ein Wolf (Canis lupus) und besaß auch ein wuchtigeres Gebiss. Möglicherweise waren die eiszeitlichen Räuber speziell an die Jagd auf große Beutetiere wie Bisons angepasst.

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