Irische Bürgerräte: „Demokratischster Prozess meines Lebens“


Irland kennt den Bürgerrat seit 2016. Das Gremium und die Teilnehmer sind bis heute begeistert. Denn es gelang, eine Lösung für eines der heikelsten Themen der irischen Politik zu finden.

Imke Köhler | tagesschau.de

Ein Vater und sein Sohn betrachten Sympathiebekundungen, die an einem Wandbild von Savita Halappanavar in Dublin hinterlassen wurden | Bildquelle: picture alliance / empics

Im November 2016 ging es los. Ein Bürgerrat, der aus 99 Personen bestand und weitgehend die irische Bevölkerung abbilden sollte, kam zusammen, um über fünf verschiedene Themen zu beraten. Maurice McGinty, damals Ende 60 und Rentnerin, war mit dabei. Als Erstes stand das schwierigste Thema auf der Agenda: das Abtreibungsverbot.

Über das Thema hätten sie am längsten gesprochen. Das habe sich fünf Monate lang hingezogen, erinnert sich McGinty. Jeden Monat kamen die Mitglieder für ein Wochenende in einem Hotel zusammen, das von der Polizei vor Demonstranten geschützt werden musste.

Die Vorgabe: gute Vorbereitung

Für die Treffen sollten die Teilnehmer gut vorbereitet sein und zu Hause schon einiges gelesen haben. Auch lagen zigtausend Eingaben aus der Bevölkerung vor. Internationale Experten aus dem Lager der Abtreibungsgegner und Befürworter hielten Vorträge und beantworteten Fragen.

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