Vom Prinzip Volkskirche Abschied nehmen


Die Volkskirche ist Geschichte, gesucht wird eine neue Gestalt von Kirche: Ein Impulspapier der rheinischen Kirche entwirft Zukunftsbilder und setzt Fragezeichen hinter bisherige Konstanten wie Steuerprivileg und Beamtenstatus von Pfarrern.

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Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört einer der beiden großen Kirchen an, die eine flächendeckende religiöse Versorgung organisieren: Dies war jahrzehntelang die Rolle und das Selbstverständnis der Volkskirchen in der Bundesrepublik. „Diese Phase ist zu Ende“, stellt ein Impulspapier der Evangelischen Kirche im Rheinland nüchtern fest. „Es gibt kein selbstverständlich von der Mehrheit der Bevölkerung getragenes christliches Kirchtum mehr.“ Die Erosion der Strukturen und der Mitgliederschwund der großen Kirchen ließen den Begriff Volkskirche zunehmend leer werden: „Es gibt sie nicht mehr.“

Die bisherigen Spar- und Strukturdebatten hätten sich bemüht, „die gewachsene volkskirchliche Gestalt der Kirche in kleinerem Maßstab zu erhalten“, heißt es in dem Papier des Ständigen Theologischen Ausschusses der rheinischen Kirche, das auf der in dieser Woche tagenden Landessynode beraten wird. Mit begrenztem Erfolg und „verblassenden Zauberworten“ wie Gemeindekonzeptionen oder Steuerungsgruppen. Die Autorinnen und Autoren sehen diese Strategie einer „Übergangszeit“ am Ende, weil weiterer Optimierungsdruck die Mitarbeitenden unerträglich belaste, die Arbeit ausdünne und die Kraft und geistliche Integrität der Kirche gefährde.

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