Anthroposophische Krankenhäuser behandeln Covid-19 mit Meteorstaub und Ingwer


In anthroposophischen Krankenhäusern werden Covid-19-Erkrankte mit Meteorstaub-Kügelchen und Ingwerwurzel-Kompressen behandelt – teilweise gar ohne ihre Einwilligung. Die Wirksamkeit solcher Behandlungen ist nicht wissenschaftlich belegt. Mehr noch: Pseudowissenschaftliche Ansätze, die nicht auf Evidenz und Fakten basieren, bieten einen fruchtbaren Boden für Verschwörungsideologien und Impfgegnertum.

Nicholas Potter | BellTower News

In Deutschland gibt es 14 stationäre Einrichtungen der anthroposophischen Medizin, die den Lehren des esoterischen Philosophen und selbsternannten Hellsehers Rudolf Steiner folgen – darunter neun Akutkrankenhäuser. Diese anerkannten medizinischen Kliniken ergänzen konventionelle Behandlungen mit anthroposophischen Ansätzen. Ob und wie Menschen dort behandelt werden, soll ihre freie Wahl sein. Der „DAMiD“, der „Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland“, schreibt auf seiner Webseite: „Patient/innen wollen heute mit entscheiden, wie und wo sie behandelt werden – auch wenn sie ins Krankenhaus müssen.“ Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist das Gesundheitswesen allerdings am Limit: Jedes Intensivbett zählt. So werden manche Patient*innen mit einem schweren Verlauf des Virus in anthroposophische Krankenhäuser eingeliefert – auch ohne ihre Einwilligung. So kann es in kritischen Fällen dazu kommen, dass sie nicht mehr zustimmen können, ob sie mit pseudowissenschaftlichen Medikamenten wie Meteorstaub und Ingwerwurzeln behandelt werden wollen, deren Wirksamkeit keine medizinische Studie nachgewiesen hat.

Die anthroposophische Bewegung ist dem 1861 geborenen Rudolf Steiner zu verdanken, einem selbsternannten Visionär mit einer esoterischen, spirituellen Weltanschauung, die heute allein in Deutschland in 249 Waldorfschulen, über 500 Kindergärten und 263 Einrichtungen für Menschen mit Behinderung praktiziert wird. Die Anthroposophie hat viele Anhänger*innen in Deutschland, darunter etwa Götz Wolfgang Werner, Gründer der Drogeriekette „dm“, der bekennender Anthroposoph ist. Auch Götz Rehn und seine Bio-Supermarktkette „Alnatura“ und die 1932 gegründete Bio-Marke „Demeter“ stehen den anthroposophischen Lehren Rudolf Steiners nahe.

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