Scheuers Amt hängt nur noch an einem Parteichef


Die SPD hat beim Verkehrsminister weiter Hemmung, aber selbst CSU-Kollege Dobrindt distanziert sich. Nur einer hat den Daumen noch nicht gesenkt. Ein Kommentar.

Jens Tartler | DER TAGESSPIEGEL

In der CSU sind sie nicht vornehm, wenn es darum geht, die eigene Haut zu retten. „Jeder Minister ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich“, sagte der frühere Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt kühl auf die Frage, ob sein Nachfolger Andreas Scheuer in Sachen Pkw-Maut Fehler gemacht habe.

Das haben bei der nächtlichen Befragung im Untersuchungsausschuss des Bundestags nicht nur Abgeordnete von FDP und Grünen als Distanzierung aufgefasst.

Dobrindt war 2013 vom damaligen CSU-Chef ähnlich behandelt worden. „Ein Alexander Dobrindt scheitert nicht“, sagte Horst Seehofer, als er ihm das Parteiprestigeprojekt vor die Füße kippte. Zuvor hatte er die Abgabe, die nur „die Ausländer“ belasten sollte, mit der Drohung „Ich unterschreibe keinen Koalitionsvertrag ohne die Maut“ Kanzlerin Merkel und der SPD abgepresst.

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