Gefängnisstrafe für den Großvater


Mehr als zehn Jahre muss der 56-Jährige in Haft, weil er seine Stiefenkel und deren Freunde jahrelang missbraucht hat. Es geht um 761 Fälle.

Andreas Salch | Süddeutsche Zeitung

Hundertfacher Missbrauch: Der Angeklagte ist vom Landgericht München II verurteilt worden.(Foto: dpa)

Was Winfried Sch. seinen zwei Stiefenkeln und deren beiden Freunden angetan hat, wird nie wieder gut zu machen sein. Jahrelang missbrauchte er die Kinder sexuell schwer. Nach fast einjähriger Verfahrensdauer verurteilte das Landgericht München II am Freitag den 56-Jährigen unter Einbeziehung einer Vorstrafe zu zehneinhalb Jahren Haft. Bei der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Martin Hofmann, es sei für ihn unfassbar, wie das, was der Angeklagte getan habe, im 20. Jahrhundert habe passieren können. Winfried Sch. habe das Leben von vier inzwischen jungen Erwachsenen zerstört. Die Opfer würden „lebenslang zu kämpfen haben“. Wie diese Worte auf Winfried Sch. wirkten, war schwer auszumachen. Der gelernte Koch, der von einer Zuckerkrankheit gezeichnet ist, saß während der Urteilsbegründung leicht nach vorne gebückt in einem Rollstuhl. Die Kapuze seines Parkas hatte er tief ins Gesicht gezogen, das zudem mit einem Mund-Nasen-Schutz bedeckt war.

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