Trumps Deplatforming: Endlich ausgehetzt


Selbst Liberale fürchten, mit dem Aussperren Trumps von den digitalen Plattformen werde in die Meinungsfreiheit eingegriffen. Ist da was dran?

Daniél Kretschmar | taz

Auf einmal ist Ruhe. Keine Eilmeldungen mehr, weil Donald Trump auf 280 Zeichen mitteilt, dass er schlecht geschlafen hat. Keine Journalismussimulation im Liveticker mehr mit eingebetteten Tweets der mächtigsten Heulboje der Welt, die ihre Lügen über den Wahlausgang ins Netz rotzt.

Was wäre uns in den vergangenen vier Jahren nicht alles erspart geblieben, wenn das Deplatforming des Präsidenten, die Sperrung seiner Accounts auf praktisch allen sozialen Netzwerken also, schon bei den ersten Übertretungen des guten Geschmacks oder wenigstens bei den wiederholten Verletzungen der Communityregeln der Plattformen erfolgt wäre – und nicht erst kurz bevor die Demokraten mit dem Weißen Haus und beiden Kammern des Kongresses alle Hebel zur Regulierung der Digitalkapitalist*innen in einer Hand vereinen.

Zu klagen, dass hier unzulässig und selbstherrlich in die Meinungsfreiheit eingegriffen würde, geht ein bisschen an der Sache vorbei. Schließlich war es höchste Zeit für die Entfernung des Hetzers und unzähliger Accounts seiner Fanbase aus dem digital dominierten Mainstreamdiskurs.

weiterlesen