Wie bringt man Schülern die Relevanz der Schöpfungsgeschichte nahe? Gar nicht!


Immer noch lesen Schüler die biblischen Schöpfungserzählungen mit Naturforscher-Augen, stellt Heinz Waldorf fest. Er berichtet von seinem Versuch, ihnen deren heutige Relevanz aufzuzeigen. Doch vorher muss er seinen Corona-bedingten Frust loswerden.

Heinz Waldorf | katholisch.de

Zuerst natürlich doch Corona! Die Kolumne soll ja von meinen Erfahrungen als Religionslehrer berichten. Und die sind momentan nicht durchgängig positiv. Religionsunterricht, der von Beziehung und Kommunikation lebt, schon allein, weil die Inhalte zu einem guten Teil wirklich sehr schwierig und aus der Welt vieler Schülerinnen und Schüler gefallen sind, geht momentan nicht gut. Wenn das, was ginge, dann wenigstens funktionierte! Wie soll Unterricht unter den Vorzeichen der momentanen Einschränkungen gestaltet werden, wenn dafür die (vor allem technischen) Voraussetzungen nicht entwickelt worden sind!

Jedem Examenskandidaten werden Klimmzüge sondergleichen, auf den Punkt genau und nahezu perfekt, abverlangt. Aber eine Legion von manchmal hochbezahlten Fachleuten scheint es nicht möglich zu sein dafür zu sorgen, dass digitaler Unterricht so gestaltet werden kann, dass er nicht in einem peinlichen Desaster endet (wenn er überhaupt, wie Montag- und Dienstagmorgen, je beginnen kann). Ich bin kein Freund der Nörgelei, aber irgendwann habe auch ich keine Lust mehr, ständig gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Es gehört zum Erfahrungsschatz eines Religionslehrers Anfang 2021, dass sein Unterricht in den Sog der Peinlichkeiten deutscher Bemühungen im digitalen Zeitalter gerät. Und das ist mir auch nicht gut und schön zu reden. Die Schülerinnen und Schüler können von mir nicht angemessen betreut werden.

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