Blutspuren auf Kunstwerken im US-Kapitol


Trump-Anhänger zerstörten historisches Mobiliar und stahlen einige Kunstwerke. US-Senat verabschiedete verschärfte Regeln für den Kunsthandel

Olga Kronsteiner | DERSTANDARD

Am Tag nach dem Sturm auf das Kapitol fanden sich auf einer Marmorbüste Blutspuren: Zachary Taylor (12. Präsident der Vereinigten Staaten) harrt nun der „Behandlung“ der Restauratoren. Foto: AFP / Samuel Corum

Die Trump-Anhänger seien zwar „rechte Dumpfbacken, aber man muss schon auch sagen, dass sie vor allem Werbung für mein neues Buch machen wollten“, witzelte Franzobel (siehe Franzobel: Die Eroberung Amerikas) dieser Tage auf Facebook. Seinen Kommentar illustrierte er mit der Aufnahme, die einen Rechtsextremen zeigt, der während des Sturms auf das Kapitol in Washington, D.C., neben der Statue von Gerald Ford posierte. Linker Hand ist der Teil eines zwischen 1847 und 1853 geschaffenen Gemäldes erkennbar, in dem der US-amerikanische Historienmaler William Henry Powell die Entdeckung des Mississippi durch Hernando de Soto im Jahr 1541 thematisierte.

De Soto ist jener Eroberer, dem der österreichische Schriftsteller seinen bald erscheinenden Roman Die Entdeckung Amerikas widmete. Dem Mob, gegen den Behörden wegen Inlandsterrorismus ermitteln, eine Bühne geben? Ironie, Zwinkersmiley, besänftigte Franzobel.

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