Im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss kollidiert fast alles


Fast 600 Millionen Euro öffentliches Geld, sieben Jahre Bauzeit und Streit – das Humboldt-Forum im Berliner Stadtschloss ist fertig. Offen ist es noch nicht. Was darf man erwarten?

Frederike Meyer | DERSTANDARD

Kaiserliche Pracht oder lustloses Luxuskaufhaus? Noch steht das Humboldt-Forum etwas ratlos auf der Berliner Museumsinsel. Foto: Christoph Musiol

Im Jahr 2008 hatte Franco Stella aus Vicenza den internationalen Wettbewerb gewonnen. Drei Außenfassaden, so hatte es der Bund als Auftraggeber festgelegt, sollten originalgetreu wiederaufgebaut, die Ostseite konnte frei gestaltet werden. Das Raumprogramm des Wettbewerbs sah vor allem Ausstellungssäle vor, was genau darin gezeigt werden sollte, war damals noch nicht klar. Entschieden war lediglich, dass unter anderem die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin aus Dahlem in die Stadtmitte ziehen sollten.

Wuchtig und banal

Mit seinem als Folge von Stadtplätzen verkauften Entwurf einer glasbedeckten Agora im ehemaligen Eosanderhof, einem inneren Säulenkorridor und einer durchgerasterten Fassadenordnung hatte Stella die Jury überzeugt. Schnell war klar, dass sein kleines Büro die Aufgabe allein nicht würde stemmen können. Mit Großprojekten erfahrene Partner wurden ihm zur Seite gestellt: das Büro Hilmer & Sattler und Albrecht und das Baumanagement Berlin, eine Tochtergesellschaft des international agierenden Büros gmp, das unter anderem für den Entwurf des Berliner Flughafen BER verantwortlich ist. Die Gesamtbaukosten liegen bei 677 Millionen Euro. Soweit die Fakten.

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