Fossil aus Namibia hilft bei der Lösung von Darwins Dilemma


Die 547 Millionen Jahre alten Überreste belegen eine evolutionäre Verbindung zwischen Tieren des Ediacariums und frühen kambrischen Mehrzellern

DERSTANDARD

Namacalathus-Fossilien lieferten erstaunliche Einblicke in die frühe Entwicklung der Mehrzeller.Foto: Shore et al.,

Vor gut 600 Millionen Jahren begann die Blütezeit der mehrzelligen Lebewesen. In dieser Ära namens Ediacarium bevölkerten vielen merkwürdige Kreaturen die Meere. Besonders der letzte Abschnitt des Ediacariums vor 575 bis 541 Millionen Jahren ist von teilweise bizarren Fossilien geprägt, die nur wenig mit der Fauna nachfolgender Erdzeitalter gemein haben: Dicke Bakterienmatten bedeckten die Ozeanböden, die die Lebensgrundlage von Organismen weitgehend ohne fester Schalen bildeten. Bekannt ist beispielsweise Dickinsonia, ein ovales wenige Millimeter bis eineinhalb Meter großes Wesen, dessen Lebensweise sich aus ihrem überlieferten Bauplan bisher nicht erschließen ließ.

Vermeintliche Artenexplosion

Vor 550 Millionen Jahren, vermutlich als Folge eines Massenaussterbens, kam es zu einem radikalen Faunenwechsel. Die fremdartigen Ediacara-Kreaturen verschwanden und binnen fünf bis 10 Millionen Jahren entwickelten sich völlig neue Spezies, die beinahe alle heute noch existierenden Tierstämme repräsentierten. Das als kambrische Artenexplosion bekannte Evolutionsereignis ist seit langen Gegenstand wissenschaftlicher Spekulationen.

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