Was tun, wenn die Affen sich langweilen?


Corona gefährdet die Tierparks. Aber viele lassen sich etwas einfallen. Und manche Orang-Utans begrüßen ihre Pflegerinnen neuerdings mit Luftkuss.

Christiane Peitz | DER TAGESSPIEGEL

Menschenaffen wie Orang-Utans langweilen sich im Vergleich zu Schlangen oder Seetieren in besucherlosen Zoos deutlich schneller.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Letzte Woche schlug der Zoo von Neuwied Alarm. Ein Minus von 700.000 Euro, es drohte die Insolvenz. „Einen Löwen kann man halt nicht mit ins Homeoffice nehmen“, sagt Mirko Thiel, der Direktor des privatwirtschaftlich betriebenen Tierparks. Er rechnet vor: Auf 8000 Euro belaufen sich die täglichen Kosten und die Versorgung der 1800 Tiere. Bei null Ticketeinnahmen wegen der erneuten Schließung steht der Zoo vor der Pleite.

Auch jetzt „benötigt der Löwe seine tägliche Portion Fleisch, der Tapir sein Luzerneheu und jeder Seehund frisst drei bis vier Kilogramm Fisch pro Tag“, so Thiel in seinem Hilferuf. Auch Licht und Wärme kosten, allein das Exotarium benötigt eine Durchschnittstemperatur von 21 Grad. Die 32.000 Euro Corona-Futterhilfen vom Land Rheinland-Pfalz waren schnell aufgebraucht, und von den beantragten Novemberhilfen in Höhe von 99.000 Euro wurde bisher nur ein Abschlag überwiesen, 10.000 Euro. Das reicht nicht mal für eineinhalb Tage.

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