Türkei will Twitter trockenlegen


Die Regierung dreht den Geldfluss an Twitter und Pinterest ab. Als nächstes könnte sie die Dienste einfach kaputt drosseln.

Tomas Avenarius | Süddeutsche Zeitung

Facebook knickt ein: Die US-Plattform wird in der Türkei eine Repräsentanz eröffnen und sich so den türkischen Mediengesetzen unterwerfen. Ein 2020 erlassenes Social-Media-Gesetz macht ausländischen Diensten mit mehr als einer Million Nutzern strenge Auflagen; angeblich unwahre oder beleidigende Postings müssen rasch entfernt werden, zudem müssen die Nutzerdaten in der Türkei registriert werden. Von den Plattformen weigern sich nun nur noch Twitter, Periscope und Pinterest, ein lokales Büro einzurichten und so das türkische Recht auch für sich anzuerkennen. Deshalb droht ihnen nun Ärger.

Auf der Grundlage dieses Social-Media-Gesetzes untersagt die Regierung allerdings nun türkischen Unternehmen, Werbung bei Twitter, Periscope oder Pinterest zu schalten. In einem nächsten Schritt könnte der Staat die Bandbreite für die Dienste einschränken: Dabei wird die Surfgeschwindigkeit so reduziert, dass sich die Plattformen praktisch nicht mehr nutzen lassen. Die Video-Livestream-App Periscope gehört zu Twitter. Sie soll Ende März ohnehin eingestellt werden.

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