Verurteilter Priester begleitete laut WDR weiter Familienfreizeiten: Recherchen und Gutachten


Ein zweimal wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Priester des Erzbistums Köln hat nach WDR-Recherchen Anfang der 1990er Jahre weiter Familienfreizeiten begleitet. Dieser Fall ist laut Kardinal Woelki Gegenstand des neuen Missbrauchsgutachtens.

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Der vom damaligen Kölner Kardinal Joachim Meisner (1933-2017) und dem früheren Generalvikar Norbert Feldhoff (81) in die Altenheimseelsorge versetzte Geistliche A. habe zudem an seinem Wohnort in Köln-Weiden aushilfsweise Gemeindegottesdienste gefeiert, berichtete der Sender am Montag. Erst 2019 verbot der amtierende Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki dem inzwischen 87-Jährigen priesterliche Dienste; im November wurde er aus dem Klerikerstand entlassen.

„Es ist verheimlicht worden“

Trotz Verurteilungen durch staatliche Gerichte konnte A. über Jahrzehnte in seinem Heimatbistum sowie in den Bistümern Münster und Essen als Seelsorger arbeiten. 1989 kehrte er als Altenheimseelsorger nach Köln zurück. Den Umgang mit ihm hatte Woelki im November als „jahrzehntelange Aneinanderreihung schwerer Fehler“ bezeichnet. Aus völlig unerklärlichen Gründen sei 1989 „der Kurs der Suspendierung“ aufgegeben worden. „Es ist verheimlicht worden“, so der Erzbischof weiter, „und es ist nicht bestraft worden“.

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