Deutscher Ethikrat und die kirchliche Lehrmeinung

Alena Buyx , © Deutscher Ethikrat Foto: Christian Thiel

Inwiefern ist die kirchliche Lehrmeinung ein Kriterium für Beurteilungen im Deutschen Ethikrat? Die Vorsitzende Alena Buyx hat dazu in einem Interview Stellung bezogen. Über eine ganz andere Entwicklung macht sie sich derweil große Sorgen.

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Für den Deutschen Ethikrat ist eine Übereinstimmung mit der kirchlichen Lehrmeinung kein Kriterium für seine Beurteilungen. „Wir berufen uns im Rat auf die üblichen Rationalitätsstandards, die für die wissenschaftliche Analyse, Begründung und Argumentation gelten“, sagte Vorsitzende Alena Buyx im Interview mit der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag). „Die Vereinbarkeit mit einer kirchlichen Lehrmeinung ist da kein Kriterium.“

Die Medizinethikerin hob jedoch hervor, dass die Debatten mit theologischen und kirchlichen Mitgliedern immer sehr fruchtbar gewesen seien, weil dort ethische Fragen und die Analysen eine lange Tradition hätten. Auch bei den Themen Sterbehilfe, Abtreibung, Gentechnik oder Embryonalforschung habe es in den letzten Jahren keine Konflikte gegeben. „Ich kann natürlich nicht in die Köpfe der Mitglieder schauen, ob sie sich in einem inneren Zwiespalt befanden, wenn sie zugleich Kirchenvertreter waren“, erklärte sie.

Buyx sieht als „säkulare Ethikerin“ keinen Hinweis darauf, dass die Kirchen als Ethik-Instanz ihre Rolle für die Gesellschaft eingebüßt haben: „Dort gibt es viele Räume und viel Platz für die kirchliche Ethik.“

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