Frankreich: 2020 – Ein demografisch „schwarzes Jahr“


Mehr Tote, weniger Geburten und Hochzeiten im Corona-Jahr. Rückgang bei Lebenserwartung stärker als im Jahr 2015, das von einer starken Wintergrippe geprägt war

Thomas Pany | TELEPOLIS

Bild: Pixabay License

Das französische Amt für Statistik, l’Insée, hat eine erste Bilanz zum Corona-Jahr 2020 veröffentlicht. Mehr Tote als im Jahr zuvor, schrumpfende Lebenserwartung bei Frauen wie Männern, ein weiterer Rückgang der Geburten und weniger Hochzeiten sind die Hauptergebnisse.

Auch auf der anderen Seite des Rheins gibt es längst Diskussionen darüber, wie verlässlich und solide die Coronavirus-Pandemie in Zahlen abgebildet wird, woran sich Debatten darüber anschließen, wie gefährlich sie einzuschätzen ist, schließlich schränken die Lockdown-Maßnahmen die bürgerlichen Freiheiten drastisch ein und der Unmut darüber gärt stark. Die nächtliche Ausgangssperre ist zu einer abendlichen geworden. Sie gilt ab 18 Uhr. Das ist die klassische Zeit für einen Apéritiv wie auch für Einkäufe.

Die Zahl der Toten

Besondere Bedeutung haben die Todeszahlen im Jahr 2020. Im Bericht der Zeitung Le Figaro (leider mit Zahlschranke) zeigt eine Grafik zwei deutliche Anstiege der Todeszahlen im vergangenen Jahr: einen Berg im Zeitraum von Mitte März bis Ende April 2020 mit dem Gipfel am 2. April und einen Berg, der Mitte Oktober ansteigt, seinen Gipfel am 7. November hat, und dann, allerdings ziemlich langsam, bis Ende Dezember abfällt. Der Verlauf der 2020er Linie hebt sich in diesen Zeiträumen unübersehbar ab von den beiden anderen Linien: der Toten von 2019 und derjenigen, die den Durchschnitt der Todeszahlen der Jahre 2015 bis 2019 darstellt.

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