Verteidiger im Lübcke-Prozess plädiert „nur“ auf Totschlag


Im Prozess um den rechtsextremistisch motivierten Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke hat der Strafverteidiger des Hauptangeklagten auf Totschlag plädiert.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Prozess im Mordfall Lübcke (Archivbild) (picture alliance/Ronald Wittek/epa-Pool/dpa)

Für eine Verurteilung wegen Mordes lägen die Voraussetzungen Arglosigkeit und niedere Beweggründe nicht vor, sagte der Rechtsanwalt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Der Hauptangeklagte habe keine Vorteile aus der Tat für sich erlangen wollen, weshalb keine niederen Beweggründe bestünden.

Die Bundesanwaltschaft hatte im Dezember eine lebenslange Haftstrafe und gegebenenfalls eine anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. Dies wurde mit der besonderen Schwere der Schuld begründet.

Der Hauptangeklagte hatte gestanden, Lübcke im Sommer 2019 vor dessen Wohnhaus erschossen zu haben. Hintergrund sollen Äußerungen Lübckes gewesen sein, mit denen er die Aufnahme von Geflüchteten verteidigt hatte. Das Urteil soll in einer Woche fallen.