Wie unser Gehirn Schrift verarbeitet


Die Herausforderung, Schrift zu lesen, ist evolutionsgeschichtlich zu jung, als dass sich dafür spezifische Hirnbereiche hätten entwickeln können. Doch wie schaffen wir es, Regelmäßigkeiten in Buchstabenkombinationen zu erkennen und aus ihnen einen Sinn abzuleiten? Eine neue Studie zeigt, dass die Grundlage dafür ein evolutionär alter Mechanismus ist, der darauf beruht, dass wir wiederkehrende Muster erkennen und als bekannt wahrnehmen. Dabei spielte es im Experiment keine Rolle, ob es sich um buchstabenähnliche Zeichen, geometrische Gebilde oder variierende Gitterformen handelte.

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Wie lernte unser Gehirn lesen? (Bild: Talaj/ iStock)

Lesen ist für das Gehirn eine anspruchsvolle Aufgabe: Es muss Formen als Buchstaben erkennen, die in bestimmten Kombinationen spezifische Laute repräsentieren und einen Sinn ergeben. Erste menschliche Schriftsprachen haben sich erst vor rund 5.000 Jahren entwickelt. Dieser Zeitraum ist jedoch evolutionsgeschichtlich gesehen zu kurz, als dass sich unser Gehirn eigens an die neue Herausforderung hätte anpassen können. Anders als beispielsweise für das Tasten oder Riechen gibt es im Gehirn daher kein eigens dafür entwickeltes Lesezentrum. Offenbar nutzt es also ältere Mechanismen.

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