Forscher lüften Geheimnisse der Berliner Igel-Clans


Immer mehr Igel zieht es vom Land in die Stadt. Genetische Analysen in der deutschen Bundeshauptstadt zeigen, dass sie dort nicht isoliert bleiben

DERSTANDARD

Er ist ein Berliner – und sein Clan ist über die ganze Stadt verteilt.Foto: Imago/Steffen Schellhorn

Igel bewohnen eine Vielzahl von Lebensräumen – und immer mehr der stacheligen Säuger zieht es in die Städte. Obwohl sie dort ganz andere Lebensbedingungen vorfinden als auf dem Land, halten sie an ihrer Lebensweise fest: Trotz höherer Temperaturen und eines ganzjährigen Nahrungsangebots genehmigen sich auch die urbanen Igel einen ausgiebigen Winterschlaf. Forscher haben nun in Berlin eine überraschende Entdeckung gemacht: Die Igel in der deutschen Bundeshauptstadt bilden eine gemeinsame genetische Population – offenbar gibt es keine voneinander isolierten Gruppen.

Angesichts der geringen Mobilität der Tiere und der erheblichen Barrieren, die sie in der Stadt vorfinden, kommt der Befund unerwartet, wie die Forscher um Anne Berger und Jörns Fickel vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung im Fachblatt „Animals“ berichten. Möglich dürfte dies wohl nur durch menschliche Mithilfe sein. Für die Igel ist der innerstädtische Genfluss von Vorteil.

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